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Pilgerweg Bielersee

Musik aus der Stille zum Zehnten und Letzten

Die zweisprachige Reihe «Musik aus der Stille / La musique du silence» biegt auf ihre Zielgerade ein. Nach neun erfolgreichen Saisons seit 2007 findet sie dieses Jahr zum letzten Mal statt. Das attraktive und aussergewöhnliche Programm signalisiert das Gegenteil einer Kehraus-Stimmung bei den Verantwortlichen, der Kirchgemeinde Pilgerweg und dem Kultursekretariat LINKultur: ein grosses Finale kündigt sich an.

Die für ihr kulturelles Engagement bekannte reformierte Kirchgemeinde am Bielersee geht auf eine Reduktion ihrer Pfarrstellen zu und hat sich in den letzten Jahren einen «Stockschnitt» auferlegt; sie muss schlanker werden. Von diesem Schnitt betroffen ist auch die Reihe Musik aus der Stille, die 2007 ihren Anfang genommen hat und seither Mitwirkende und Gäste nicht nur aus der Region, sondern teilweise von weit her zu einer intensiven Feier zusammengeführt hat: jeweils samstags um 18.15 Uhr im Chor der Kirche Ligerz in den Sommermonaten Mai, Juni und August.

Nun sind die letzten 13 Folgen bereit. Das Muster ist bewährt: In der Mitte steht die Musik, gerahmt von Stille vorher und nachher; eröffnet und beschlossen werden die Feiern mit Lesungen. Auch heuer nochmals bilden die Musizierenden die weite Welt ab, kommen aus der ganzen Schweiz und wiederum aus dem Ausland; bei den Lesenden liegt der Schwerpunkt bei den Hiesigen. Und so breit wie die Gestaltenden ist das musikalische Programm, das von Früher Musik von Biber oder Zelenka über Klassiker und Romantiker wie Boccherini, Schubert und Schumann in die frühe Moderne (de Falla, Takemitsu) in die Gegenwart führen wird (Improvisationen, Schneider, Sciarrino).

Ein besonderer Anlass zeichnet sich zum Schluss ab. Die Verantwortlichen haben einen Anlass unter dem Titel «Babylon – von Bach zu Bach» ersonnen, der viele Musiker der letzten zehn Jahre vereint, die Uraufführung eines eigens für diesen Anlass geschaffenen Werks des jungen Romand Kevin Juillerat durch den Wahltwanner Schlagzeuger Jens Ruland erleben und von Bach zu Bach führen wird. Damit schliesst sich ein Bogen – im September 2007 war es der Geiger Alexander van Wijnkoop, der mit Bach eröffnet hat; heuer ist er Urheber des hintergründigen, vielstimmigen und überraschenden Schlussbouquets.

Drei der vielen Charakterköpfe, die die Reihe geprägt haben und prägen werden: der Leser und Dichter Jürg M. Fankhauser, Twann (oben) und der Geiger und Konzeptionist Alexander W. van Wijnkoop, Basel (Mitte). Die Schalthebel lagen und liegen bei der Musikerin und Kulturarbeiterin Christine Lüthi, Ligerz (unten).


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