Das Kino ist ein Ort, an dem wir mit grandiosen, verblüffenden, fremdartigen Bildern überwältigt und verzaubert, betört und begeistert werden. Das Kino ist aber auch ein Ort moderner Spiritualität. Filme spiegeln das Lebensgefühl der Zeit, in der sie entstanden sind. Sie geben Auskunft über gesellschaftliche Werte und Entwicklungen, über unsere Ängste und Sehnsüchte, über das was Menschen umtreibt – und sei es nur für die Länge eines Kinofilmes. Kino wie Kirche erzählen Geschichten, vom Menschen, vom Leben und was über das Leben hinausgeht.
Am Donnerstag, 23. Februar wird um 19.45 Uhr im Pfarrsaal Twann der Film „Die Frau mit den 5 Elefanten“ gezeigt – ein Film von Vadim Jendreyko (Schweiz und Deutschland, 2009).
Für Pausen sei sie zu alt, sagt die 86-jährige kleine, weisshaarige Frau mit dem tief vornübergebeugten Oberkörper, die in 18 Jahren die fünf Schlüsselromane des russischen Autors Fjodor Dostojewski neu übersetzt hat. Als junge Frau arbeitete sie als Dolmetscherin für die Deutschen im besetzten Kiew, verliess die Ukraine 1943 mit den deutschen Truppen und kehrte Zeit ihres Lebens nie mehr dorthin zurück. Sie studiert in Deutschland, gründet eine Familie und beginnt, russische Literatur ins Deutsche zu übertragen. Zum Ende ihres Lebens hin ist Swetlana Geier an die unbetretbaren Orte ihrer Geschichte zurückgekehrt. Der Film verwebt Swetlana Geiers Lebensgeschichte mit ihrem literarischen Schaffen und spürt dem Geheimnis dieser Frau nach. Der Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen.
Beat Allemand freut sich auf einen gemeinsamen Filmabend mit anschliessendem Gespräch bei einem Glas Wein.
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